
Ein Besucher kommt auf eine Website, sucht nach einem bestimmten Inhalt und landet auf einer 404-Seite. Oder schlimmer noch, er irrt in schlecht organisierten Menüs umher. Genau diese Situation kann durch eine gut strukturierte Sitemap-Seite vermieden werden. Diese Art von Seite, die oft zugunsten der XML-Sitemap für Bots vernachlässigt wird, bleibt ein konkretes Mittel, um die Navigation auf einer Website zu erleichtern.
HTML-Sitemap-Seite und XML-Sitemap-Datei: zwei unterschiedliche Rollen auf derselben Website
Diese beiden Elemente werden häufig verwechselt, weil sie denselben Namen tragen. Der Unterschied liegt in ihrem Adressaten. Die XML-Sitemap-Datei richtet sich an Suchmaschinen: Google, Bing und andere Indexierungsbots lesen sie, um die URLs einer Website zu entdecken. Es handelt sich um eine technische Datei, die für den durchschnittlichen Besucher unsichtbar ist.
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Die HTML-Sitemap-Seite hingegen wird in einem Browser angezeigt. Sie listet die Seiten der Website in lesbarer Form auf, mit klickbaren Links, die nach Kategorien oder Themen organisiert sind. Ihre Rolle ist es, einen Menschen zu leiten, nicht einen Bot.
Auf Websites mit mehreren Dutzend Seiten wird diese Unterscheidung operational. XML verwaltet die Indexierung, HTML verwaltet die Zugänglichkeit. Beide koexistieren, ohne sich gegenseitig zu ersetzen. Um zu sehen, wie eine funktionale HTML-Sitemap-Seite aussieht, kann man die Sitemap-Seite von Zazie Web aufrufen und beobachten, wie die Inhalte dort nach Rubriken gruppiert sind.
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Struktur einer Sitemap-Seite: was funktioniert, wenn die Website wächst
Auf einer Website mit weniger als zehn Seiten bringt eine Sitemap nicht viel. Das Hauptmenü reicht aus. Der echte Bedarf tritt auf, wenn die Struktur komplexer wird: Blog mit mehreren Kategorien, E-Commerce-Website mit Unterrubriken, redaktionelles Portal mit Archiven.
Nach Absicht gruppieren, nicht nach technischer Struktur
Der klassische Fehler besteht darin, die technische Struktur der Website (Ordner, Unterordner) in der Sitemap-Seite zu reproduzieren. Das Ergebnis ist ein unleserlicher Plan, der wie ein Datei-Explorer aussieht. Ein effektiverer Ansatz gruppiert die Seiten nach dem, wonach der Besucher sucht.
- Die informativen Inhalte (Artikel, Leitfäden, Tutorials) in einem klar identifizierten Block, mit einem aussagekräftigen Abschnittsüberschrift
- Die transaktionalen Seiten (Dienstleistungen, Produkte, Kontaktformulare) in einem zweiten Block, auf einen Blick zugänglich
- Die rechtlichen und ergänzenden Seiten (Impressum, Datenschutzrichtlinie, AGB) am Ende der Seite isoliert, um den Rest nicht zu überladen
Diese Aufteilung nach Absicht ermöglicht es dem Besucher, die Seite in wenigen Sekunden zu scannen. Er liest eine Sitemap nicht Zeile für Zeile, sondern sucht nach einem visuellen Anhaltspunkt, der seinem Bedarf entspricht.
Die angezeigte Tiefe begrenzen
Alle URLs einer Website mit mehreren Hundert Seiten auf einem einzigen Bildschirm anzuzeigen, schafft eine Textwand. Es ist besser, maximal zwei Ebenen von Tiefe auf der HTML-Sitemap-Seite anzuzeigen und die Unterseiten über die interne Navigation zu entdecken. Die Rückmeldungen variieren zu diesem Punkt je nach Größe der Website, aber jenseits von drei Ebenen sinkt die Lesbarkeit deutlich.
HTML-Sitemap und interne Verlinkung: ein indirekter SEO-Effekt
Google bevorzugt die HTML-Sitemap-Seite nicht auf die gleiche Weise, wie es die XML-Datei behandelt. Die HTML-Sitemap ist kein direktes Indexierungstool. Sie hat jedoch einen echten SEO-Effekt durch einen anderen Mechanismus: die interne Verlinkung.
Jeder Link auf der HTML-Sitemap-Seite verteilt PageRank auf die Zielseite. Auf einer Website, auf der einige Seiten vier Klicks von der Startseite entfernt sind, verringert die Sitemap diese Crawldistanz. Die Bots gelangen schneller zu tiefen Inhalten.
Dieser Vorteil setzt eine Bedingung voraus: nur nützliche und indexierbare Seiten auflisten. Seiten im Noindex, Duplikate oder URLs mit Sortierparametern einzuschließen, bedeutet, den Linksaft auf Ziele ohne Wert zu verdünnen. Eine saubere HTML-Sitemap schließt Seiten mit Paginierung, interne Suchfilter und temporäre URLs aus.
Häufige Fehler bei Sitemap-Seiten von WordPress-Websites
WordPress generiert seit Version 5.5 automatisch eine XML-Sitemap. Für die HTML-Sitemap muss man ein Plugin verwenden oder eine Seite manuell erstellen. Hier beginnen die Probleme.
Erste Falle: ein Plugin verwenden, das eine rohe Liste aller veröffentlichten URLs ohne Sortierung oder Hierarchie generiert. Das Ergebnis ist eine Seite, die Blogartikel, Produktseiten, Tags, Kategorien und Autorenseiten in einem kontinuierlichen Fluss vermischt. Kein Besucher profitiert von einer unstrukturierten Liste von mehreren Hundert Links.
Zweite Falle: vergessen, die Sitemap-Seite nach einem Redesign zu aktualisieren. Defekte Links auf dieser Seite erzeugen 404-Fehler, was sowohl die Benutzererfahrung als auch die Signale an die Suchmaschinen beeinträchtigt. Auf einer aktiven Website sollte die HTML-Sitemap die tatsächliche Struktur der Website zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegeln.
- Überprüfen, dass jede aufgelistete URL einen Code 200 (Seite zugänglich) zurückgibt und keine Weiterleitung oder einen Fehler aufweist
- URLs mit Sortier-, Sitzungs- oder Trackingparametern ausschließen
- Sicherstellen, dass die Sitemap-Seite selbst über den Footer der Website zugänglich ist, damit die Bots sie natürlich entdecken können

robots.txt-Datei und Sitemap: die technische Koordination, die man nicht vernachlässigen sollte
Die robots.txt-Datei weist Suchmaschinen an, was sie erkunden dürfen und was nicht. Man kann dort den Standort der XML-Sitemap mit einer einfachen Anweisung angeben. Diese Erklärung hilft den Bots, die Datei zu finden, ohne über die Google Search Console gehen zu müssen.
Für die HTML-Sitemap-Seite ist die Logik anders. Sie muss nicht in der robots.txt deklariert werden, da sie für Menschen bestimmt ist. Ein Link zu dieser Seite aus dem Footer oder dem sekundären Menü stellt jedoch sicher, dass sie sowohl für Besucher als auch für Bots, die die Website über interne Links erkunden, zugänglich bleibt.
Die Koordination zwischen robots.txt, XML-Sitemap und HTML-Sitemap-Seite bildet ein kohärentes Ganzes. Die robots.txt definiert die Zugriffsregeln, das XML liefert die technische Kartierung für die Suchmaschinen, und das HTML bietet einen lesbaren Plan für die Besucher. Wenn man eines dieser drei Elemente vernachlässigt, lässt man einen toten Winkel in der Struktur der Website entstehen.